Mein "10 Jahre Dilemma" - Warum loslassen so schwer ist, und wie Focusing alles verändert hat
- Martina Sailer

- 13. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. Juli

Ich machte die Focusing-Ausbildung zu einer Zeit in meinem Leben, als ich Single war. Ich war bereits lange von meinem Ex-Partner getrennt, aber in mir waren noch immer unaufgearbeitete Emotionen. Obwohl die Trennung Jahre zurücklag, schaffte ich es einfach noch immer nicht, ganz loszulassen.
Durch Focusing habe ich gelernt, in einem geschützten und zutiefst wertschätzenden Rahmen all meinen Gefühlen, die da waren, Raum zu geben und ihnen einfach nur zuzuhören. Ich hörte endlich auf, mich selbst dafür zu verurteilen, dass ich noch immer Gefühle für meinen Ex-Partner hatte.
Plötzlich durfte ich sehen: Da gab es Anteile in mir, die nach wie vor extrem wütend auf ihn waren. Es gab aber auch Anteile, die sich einfach nur danach sehnten, endlich Frieden mit ihm zu schließen. Und dann gab es da noch diesen einen Anteil, der noch immer nicht loslassen wollte und fest daran glaubte: „Es gibt keinen Besseren.“
Durch Focusing habe ich gelernt, all diese widersprüchlichen Stimmen in mir zu hören, zu spüren, zu verstehen und liebevoll zu akzeptieren. Focusing war für mich maßgeblich daran beteiligt, echte Heilung in all meine Schichten zu bringen – sowohl körperlich als auch psychisch. Dadurch hat sich grundlegend in mir und in späterer Folge auch im Außen sehr viel verändert: Mittlerweile bin ich wieder in einer sehr glücklichen Beziehung mit einem Mann, der besser nicht sein könnte.
Hat dich das berührt? Einmal die Woche, immer mittwochs, ein stiller Moment für dich.
Nichts mehr wegdrücken: Die Kunst, jede innere Stimme zu begrüßen

Was ich durch meine eigene Geschichte am tiefsten verstanden habe, ist: Im Alltag neigen wir oft dazu, ungemütliche oder scheinbar unlogische Empfindungen zu ignorieren oder als „falsch“ abzustempeln. Wir denken, wir müssten doch schon „weiter“ sein. Wenn sich der Magen zusammenzieht oder ein Engegefühl in der Brust aufkommt, wollen wir es am liebsten sofort loswerden.
Beim Focusing machen wir genau das Gegenteil: Wir gehen in ein radikales, liebevolles Willkommenheißen.
Es geht darum, all den inneren Anteilen ganz bewusst zu begegnen und ihnen wertfrei zuzuhören. Wir lenken die Aufmerksamkeit weg von den Geschichten im Kopf und spüren stattdessen tief in den Körper:
An welcher Stelle sitzt diese Wut, dieser Schmerz oder diese Sehnsucht gerade?
Wie fühlt es sich an – ist es schwer, eng, heiß oder kalt?
Was will mir dieser Anteil sagen und was braucht er in diesem Moment wirklich?
Erst wenn unsere inneren Stimmen merken, dass sie nicht mehr bewertet, sondern endlich gehört und in ihrer Ganzheit wahrgenommen werden, legt sich der innere Kampf. Ein tiefes Aufatmen breitet sich im ganzen System aus.
Ein sicherer Raum: Getragen durch den Prozess

Vielleicht kennst du die Angst, dich in deinen eigenen, intensiven Gefühlen zu verlieren, wenn du ganz allein nach innen blickst – besonders, wenn es um alte Wunden oder Herzschmerz geht. Das Schöne am Focusing ist: Du musst da nicht alleine durch.
Im klassischen Focusing-Prozess wirst du von einem Begleiter sanft, achtsam und sicher durch deinen inneren Raum geführt. Diese Begleitung hält für dich den Rahmen, spiegelt deine Impulse und hilft dir, ganz wertfrei bei deinem körperlichen Erleben – dem sogenannten Felt Sense – zu bleiben.
Gleichzeitig ist Focusing eine wunderbare Schule für die eigene Meditationspraxis. Du lernst dabei, still zu werden, dich nicht mehr mit deinen emotionalen Stürmen zu identifizieren, sondern zum liebevollen Beobachter zu werden. Es schult deine Fähigkeit, einfach mit dem zu sein, was ist.
Gib deinen inneren Bewohnern ein Zuhause damit sie loslassen können

Jeder dieser Anteile in uns – sei es der wütende Anteil, der Traurige oder der Anteil, der starr an der Vergangenheit festhält – sehnt sich im Grunde nur nach einem: nach einem sicheren Ort, an dem er sein darf. Sie alle sind Bewohner deines inneren Hauses, die gehört werden wollen.
Genau darum geht es in meiner Arbeit. Ich möchte dir dabei helfen, all deinen Anteilen eine Heimat zu geben – und zwar in deinem tiefen inneren Frieden, deinem ganz persönlichen Buddha-Raum. Dieser Raum ist für mich kein rein theoretisches Konzept. Er hat sich in mir selbst über viele Jahre hinweg während unzähliger tiefer Meditationen entwickelt. Mittlerweile „leben“ in diesem inneren Buddha-Raum viele meiner eigenen Anteile. Sie alle haben dort ihren festen, sicheren Platz und dürfen einfach genau so sein, wie sie sind – ohne Maske, ohne Rechtfertigung, in absoluter Annahme. Das Schöne ist: Dieser Raum ist nichts Starres. Er kann und darf sich bei jedem Menschen ganz individuell und auf seine eigene, einzigartige Weise entwickeln.
Möchtest du diesen Weg zu echter innerer Freiheit gemeinsam mit mir gehen? Es gibt zwei wunderbare Möglichkeiten, wie ich dich dabei unterstützen kann:
1. Mein Online-Kurs: Zwischen Wahrheit und Kopfkino
Wenn du diesen Prozess der Selbsterforschung und inneren Integration Schritt für Schritt in deinem eigenen Tempo erlernen möchtest, ist mein Online-Kurs genau das Richtige für dich. Dem liebevollen Kennenlernen und Beheimaten deiner inneren Bewohner habe ich darin ein ganzes, tiefgehendes Modul gewidmet.
2. Persönliche Begleitung: 1:1 Focusing-Sessions
Möchtest du lieber ganz individuell und intensiv begleitet werden, um alte emotionale Knoten zu lösen? Ich halte für dich den Raum und führe dich im geschützten Rahmen durch deinen Focusing-Prozess. Das hilft dir, tief sitzende Blockaden aufzuspüren und wieder in eine echte, heilende Verbindung mit deiner Körperweisheit zu kommen. Die 1:1 Sessions sind jederzeit flexibel online via Zoom oder ganz persönlich bei mir in der Praxis möglich.

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